FOMO (Fear of Missing Out)

Alternative Bezeichnungen

  • Angst, etwas zu verpassen
  • Verpassensangst

Was ist FOMO?

Definition: FOMO steht für „Fear of Missing Out“ und beschreibt die Angst, wichtige oder interessante Ereignisse zu verpassen. Diese Angst wird oft durch die ständige Nutzung sozialer Medien verstärkt, da Menschen das Gefühl haben, ständig auf dem Laufenden bleiben zu müssen und sich Sorgen machen, nicht an gesellschaftlichen Aktivitäten teilzunehmen oder wichtige Informationen zu erhalten.

Erklärung

FOMO tritt häufig in der heutigen digitalen Welt auf, in der soziale Medien eine zentrale Rolle im Leben vieler Menschen spielen. Durch ständige Updates und Benachrichtigungen über die Aktivitäten anderer entsteht der Druck, immer informiert und aktiv zu sein. Dieser Druck kann zu Stress und Unzufriedenheit führen, da man das Gefühl hat, ständig etwas zu verpassen.

In Beziehungen und beim Dating kann FOMO dazu führen, dass Menschen Schwierigkeiten haben, sich auf eine Person oder Situation zu konzentrieren. Die Angst, bessere Möglichkeiten zu verpassen, kann die Fähigkeit beeinträchtigen, echte und tiefe Verbindungen zu anderen aufzubauen. Statt den Moment zu genießen, sind Betroffene oft gedanklich woanders und suchen nach dem nächsten aufregenden Ereignis.

Bedeutung

Die Bedeutung von FOMO in der heutigen Gesellschaft ist enorm, da sie das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit vieler Menschen beeinflusst. Die ständige Sorge, etwas zu verpassen, kann zu chronischem Stress und Angstzuständen führen. Es ist wichtig, Strategien zu entwickeln, um diesen negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, wie z.B. digitale Entgiftung oder bewusste Pausen von sozialen Medien.

In Bezug auf Partnerschaft und Dating kann FOMO dazu führen, dass Menschen ihre Beziehungen nicht voll und ganz genießen. Sie könnten immer auf der Suche nach jemandem oder etwas „Besserem“ sein, was langfristige Partnerschaften und tiefere Verbindungen erschwert. Es ist wichtig, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren und die Qualität der Zeit mit dem Partner zu schätzen, anstatt ständig nach neuen Reizen zu suchen.

Beispiele

  • Social-Media-Nutzung: Eine Person verbringt Stunden damit, durch ihre Social-Media-Feeds zu scrollen, aus Angst, interessante Ereignisse oder Nachrichten zu verpassen.
  • Dating: Jemand hat ständig neue Dates und kann sich nicht auf eine Person einlassen, weil die Angst besteht, dass es noch jemanden „Besseren“ geben könnte.
  • Freizeitaktivitäten: Ein Freund sagt Treffen oft in letzter Minute ab, weil er hofft, dass sich noch aufregendere Pläne ergeben.

Verwandte Begriffe

FOBO – Diese Abkürzung steht für die Angst vor besseren Optionen und wurde von Patrick James McGinnis geprägt, einem amerikanischen Risikokapitalgeber und Autor, während seiner Zeit an der Harvard Business School. McGinnis beschreibt FOBO als ein Ergebnis unserer hyperbeschäftigten und hypervernetzten Welt, in der uns scheinbar unendliche Möglichkeiten zur Verfügung stehen und die Auswahl daher überwältigend sein kann.

ROMO ist ein Begriff, der während der COVID-19-Pandemie entstand und die Realität des Verpassens beschreibt. Es handelt sich um das Gefühl, zu wissen, dass man Dinge verpasst, die in der Welt passieren, während man zu Hause bleibt oder in anderen Begrenzungen lebt.

FOMOMO steht für die Angst vor dem Geheimnis des Verpassens. Diese Bezeichnung bezieht sich auf eine extreme Form von FOMO, die auftritt, wenn man sein Mobilgerät nicht benutzen kann und daher nicht sehen kann, was auf den sozialen Medien passiert. Die Unfähigkeit, die Posts seiner Freunde zu sehen, führt oft dazu, dass man annimmt, dass diese ein besseres Leben führen als man selbst.

MOMO steht für das Geheimnis des Verpassens und beschreibt die Paranoia, die entsteht, wenn Freunde keine Beiträge auf sozialen Medien veröffentlichen. Dies führt dazu, dass man versucht, herauszufinden, was man möglicherweise verpasst.

FOJI steht für die Angst vor dem Mitmachen und beschreibt die Furcht davor, auf sozialen Medien zu posten, aus Sorge, dass niemand sich mit einem verbinden, folgen oder befreunden möchte. FOJI wird oft als Gegenteil von MOMO betrachtet.

BROMO bezieht sich auf Situationen, in denen Freunde („Bros“) einen davor bewahren, etwas zu verpassen. Ein Beispiel für BROMO wäre, wenn Freunde auf das Teilen von Fotos oder Ereignissen verzichten, um niemanden auszuschließen oder unwohl fühlen zu lassen.

NEMO steht für Fast, aber nicht ganz, Verpassen und beschreibt Personen, die zwar in Online-Netzwerken aktiv sind, diese aber nicht regelmäßig überprüfen.

SLOMO steht für Langsam, um etwas zu verpassen, und beschreibt das schleichende Gefühl des Verpassens, das sich im Laufe der Zeit entwickeln kann.

JOMO steht für die Freude am Verpassen und beschreibt das positive Gefühl, wenn man bewusst auf bestimmte Dinge verzichtet, insbesondere auf die ständige Verbindung zu sozialen Medien. JOMO betont die Wichtigkeit, im Moment zu leben und sich nicht ständig Sorgen darüber zu machen, was man verpasst.

FOBIA steht für die Angst, vollständig ignoriert zu werden, und beschreibt die Notwendigkeit, online präsent zu sein, um sich als Mensch akzeptiert und bestätigt zu fühlen.

Häufige Fragen

Warum ist FOMO so weit verbreitet?

FOMO ist weit verbreitet, weil soziale Medien und digitale Technologien ständig Zugang zu den Aktivitäten und Ereignissen anderer bieten. Dies verstärkt das Gefühl, immer informiert sein zu müssen und nichts verpassen zu dürfen.

Wie kann man FOMO überwinden?

Man kann FOMO überwinden, indem man bewusst Pausen von sozialen Medien einlegt, sich auf den gegenwärtigen Moment konzentriert und dankbar für die eigenen Erfahrungen ist. Es hilft auch, sich auf tiefere Verbindungen zu konzentrieren, anstatt ständig nach neuen Reizen zu suchen.

Welche Auswirkungen hat FOMO auf Beziehungen?

FOMO kann negative Auswirkungen auf Beziehungen haben, da die ständige Suche nach besseren Möglichkeiten dazu führen kann, dass man sich nicht voll und ganz auf den Partner einlässt. Dies kann zu Unzufriedenheit und einem Mangel an tiefen Verbindungen führen.

Wie beeinflusst FOMO die mentale Gesundheit?

FOMO kann zu Stress, Angstzuständen und Unzufriedenheit führen. Die ständige Sorge, etwas zu verpassen, beeinträchtigt das Wohlbefinden und kann langfristig die mentale Gesundheit negativ beeinflussen.

Was kann man tun, um FOMO bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern?

Um FOMO bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern, ist es wichtig, bewusste Mediennutzung zu fördern, offene Gespräche über die Realität hinter sozialen Medien zu führen und aktive, reale Erlebnisse zu schaffen, die von digitalen Einflüssen unabhängig sind.

Links zum Thema

  • Seite „Fear of missing out“. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. März 2024, 18:37 UTC. URL (Abgerufen: 7. Juni 2024).
  • Warum wir uns jetzt so viel Druck machen. In: Deutschlandfunk Nova. URL (Abgerufen: 7. Juni 2024).
  • Psychologie Sozialwissenschaften: FOMO – Angst, etwas zu verpassen. In: MDR Wissen. URL (Abgerufen: 7. Juni 2024).