Bindung

Alternative Bezeichnungen

  • Emotionale Bindung
  • Soziale Bindung
  • Psychologische Bindung

Was ist Bindung?

Definition: Bindung bezeichnet eine enge emotionale Beziehung zwischen Menschen, die von gegenseitigem Vertrauen, Zuneigung und der Suche nach Nähe geprägt ist. Sie ist ein fundamentales menschliches Bedürfnis und spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Individuen, insbesondere in den frühen Lebensjahren. Die Bindungstheorie, welche das Konzept wissenschaftlich erforscht, betont die Bedeutung sicherer Bindungen für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden.

Erklärung

Bindungen entstehen bereits im Säuglingsalter zwischen Kindern und ihren primären Bezugspersonen. Diese frühen Bindungserfahrungen beeinflussen das spätere Beziehungsverhalten und die emotionale Entwicklung des Individuums. Sichere Bindungen fördern Selbstvertrauen, Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, positive Beziehungen zu anderen aufzubauen. Im Gegensatz dazu können unsichere Bindungen zu Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen, Beziehungsproblemen und psychischen Störungen führen.

Die Bindungsforschung zeigt, dass die Qualität der Bindung durch die Sensitivität und Verfügbarkeit der Bezugsperson beeinflusst wird. Sichere Bindungsmuster entwickeln sich, wenn Bezugspersonen auf die Bedürfnisse des Kindes einfühlsam reagieren. Unsicher-vermeidende oder unsicher-ambivalente Bindungsmuster können entstehen, wenn die Bezugspersonen inkonsistent, zurückweisend oder übermäßig einengend sind.

Beispiele

  • Ein Kleinkind, das bei Kummer sofort von der Mutter getröstet wird, entwickelt wahrscheinlich eine sichere Bindung.
  • Ein Erwachsener, der in Beziehungen Distanz wahrt, weil er in der Kindheit gelernt hat, dass Nähe mit Zurückweisung verbunden ist, zeigt ein unsicher-vermeidendes Bindungsmuster.
  • Eine Partnerschaft, in der beide Partner auf die emotionalen Bedürfnisse des anderen eingehen, stärkt die gegenseitige Bindung.

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